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Entropie und Unordnung


Um den Begriff der Entropie anschaulicher zu machen, hilft es, die statistische Interpretation der Thermodynamik mit einzubeziehen. Dort wird Entropie als Unordnungsgrad definiert.

Ein Zustand maximaler Unordnung ist dann erreicht, wenn alle vorhandene Materie eines Systems gleichmäßig im Systemraum verteilt ist. Als Beispiel wird oft das Experiment angeführt in dem Tinte in ein Wasserbecken geträufelt wird. Die Tinte wird sich gleichmäßig im Wasser verteilen, was physikalisch als Zustand maximaler Unordnung definiert ist.
Man denke zurück an die Kaffeetasse: Kaffee in Tasse und Tasse auf Schreibtisch= Zustand von Ordnung. Kaffee auf Boden, Tasse kaputt = Unordnung herrscht.
Im Universum strebt die Entropie immer zum Maximum, zu einem Zustand maximaler Unordnung, einem möglichst chaotischen Zustand, und damit letztendlich zur eigenen Zerstörung. (In der Thermodynamik Wärmetod genannt) Das Universum nutzt also jegliche Energie um den Zustand maximaler Entropie herzustellen. Nehmen wir einmal an, die Stunde t=0, die Geburt des Universums, der „BigBang“, der Anfang, wie auch immer wir es nennen wollen, ist der Zustand in dem alles geordnet ist, die Entropie ist Null, nichts ist chaotisch, denn es gibt weder Raum oder Zeit, noch Materie selbst, eine größere Ordnung gibt es nicht.

Gut, unser Universum entstand nun einmal und seitdem nimmt die Entropie von Null her stetig zu, ja versucht sogar den Zustand maximaler Entropie herzustellen und nutzt jegliche Energie dafür.
Jedes System strebt also einer Entropiemaximierung entgegen und beginnt seine Entropie zu steigern, es verbleibt also nicht in absoluter Ordnung, es breitet sich aus und sorgt in sich für Unordnung.

Doch irgendwann passierte etwas, vielleicht etwas Göttliches, vielleicht nur ein Zufall, jedenfalls „etwas“ - es entwickelte sich Leben. Es wurde Energie aufgewandt um einen weniger entropischen Zustand herzustellen. Diese Tatsache läuft eigentlich völlig konträr zum entropiesteigernden Verhalten des Universums. Denn Lebewesen sind entropiearm. Und sie müssen Energie aufwenden um ihre Existenz beizubehalten, denn eine Erhöhung der Entropie bedeutet ihren Zerfall in Atome. Es gibt etwas das mit gleichem Energieaufwand (der Energieerhaltungssatz lehrt es uns) entgegen der universalen Entropie strebt. Leben hat die Fähigkeit Ordnung zu schaffen/Entropie zu mindern.


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