Einstein und das Würfelzitat
„Gott würfelt nicht“, mit diesem berühmten Satz kritisierte Albert Einstein vor allem die philosophischen Konsequenzen
der Quantenmechanik.
Beim Zerfall von radioaktiven Atomen kann man unter keinen Umständen den genauen Zeitpunkt des Zerfalls
angeben, man kann Wahrscheinlichkeiten angeben, aber der konkrete Zerfall wird zu einem bestimmten Zeitpunkt
ohne jeglichen „Grund“ stattfinden- es besteht einfach kein objektiver Grund, denn durch den Zustand der Überlagerung
ist das Atom zerfallen und noch nicht zerfallen. (So wie das arme Kätzchen von Herrn Schrödinger ja
gleichzeitig tot und lebendig ist)
Genau dieses quantenmechanische Einzelereignis wollte Einstein nicht akzeptieren und brachte seine Kritik mit dem
berühmten Würfelzitat zum Ausdruck.
Doch wenn er die Quantentheorie kritisierte, dann nicht etwa weil sie falsch wäre in der Beschreibung ihrer Naturphänomene,
denn er nannte sie sogar die erfolgreichste physikalische Theorie seiner Zeit.
Vielmehr waren für ihn die philosophischen Ansatzpunkte dieser Theorie nicht akzeptabel. Die wortwörtliche Nichtberechenbarkeit,
der Ansatz das Gott den puren Zufall walten lässt, waren für Einstein nicht akzeptabel.
Es stellt sich letztlich heraus, dass Information ein wesentlicher Grundbaustein der Welt ist. Wir müssen uns wohl
von dem naiven Realismus, nach dem die Welt an sich existiert, ohne unser Zutun und unabhängig von unserer
Beobachtung, irgendwann verabschieden.
(Prof. Dr. Anton Zeilinger, Quantenphysiker)